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Dienstag, 3. April 2007

Ostermenue auf Koreanisch

Zu Ostern wollen Jens und ich für meine Familie koreanisch kochen. Sowohl meine Eltern als auch meine Geschwister haben noch nie koreanisch gegessen, da muss ein Rundumschlag her. Was wäre schon ein Gericht bei der Vielzahl an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen? Kimchi aus der Dose? Um Himmels Willen, ich mochte das fertig abgepackte in Korea ja schon nicht. So bleibt mir nichts anderes übrig, als es selbst zu machen. Wäre ja auch schade, den Kimchi-Kochkurs umsonst gemacht zu haben.

Jedenfalls wird so das Menue aussehen:

Doenjang-Jjigae (된 장 씨 개)
Chamchi-Kimbab (참치김밥)
Bibimbab (비빔밥)
Bulgogi (불고기)

dazu an Sidedishes (auf englisch, wie´s Kochbuch, bzw. meine Internetreferenz)

Kimchi (김 치) - selbstgemacht
Radish (단무지?)
Seasoned Acorn Jelly (도토리묵)
Seasoned green Bean Sprouts (숙주나물)
Enoki Mushroom Pancakes (?)
Soyglazed Lotus (연금조림)

Ich freu mich drauf.

Mittwoch, 7. März 2007

Nachtrag: Kochen mit Michelle

Fast schon vor einer Woche, aber auf jeden Fall einen Blogeintrag wert!
Ursprünglich hatte Michelle uns in ihre Wohnung eingeladen, um dort zu kochen. Doch 6 Leute in ihrem One-Room zu verköstigen war ihr dann doch nicht mehr ganz geheuer und so wurde die Aktion kurzerhand zu uns ins Appartement verlegt.
Michelle hatte vier Gerichte geplant und das wichtigste wie Gewürze und Pasten schon von zu Hause mitgebracht. Das gemeinsame Einkaufen im Lotte-Mart war reines Vergnügen - schön, mal mit jemandem unterwegs zu sein, der weiß, was er tut!
Ich glaube, auch Michelle war über die Ausstattung unserer Küche leicht entsetzt, aber sie hat es sich nicht anmerken lassen. Und wie dem auch immer sei - das Essen war 맛 최 고 - super lecker!
Ausser Hanna, Tristan und mir waren noch Erika und Deborah dabei, beide English-Teacher hier in Bupyeong. (English-Teacher, eine Spezies, auf die man in Korea sehr häufig trifft.) Für uns alle war es das erste mal, dass wir koreanisch bekocht worden sind. Ein ganz besonders schöner Abend! Danke Michelle!

Die Bilder sind leider nicht ganz so geworden, wie ich mir das vorgestellt habe. Vor allem habe ich vergessen, die leckeren Gerichte zu fotographieren (und aus mir soll mal ein food-blogger werden?). Aber sei´s drum.

Donnerstag, 22. Februar 2007

Spätes Neujahrsessen

Eigentlich isst man Ddok Guk 떡 국 ja zu Neujahr. Ddok Guk ist eine Reiskuchensuppe, in die aber auch andere Sachen dürfen. Haben wir auch am 1. Januar gemacht. An Lunar New Year hatte es sich aber einfach nicht ergeben. Und da ich mich jetzt doch langsam drangemacht habe, selbst koreanisch zu kochen - trotz desaströser Küchenausstattung - war gestern Ddok-Guk an der Reihe. Mit Food-Design habe ich es noch nicht so ganz, denn leider ist auf dem Bild die Hauptsache, der Ddok (in Scheiben geschnitten) quasi gar nicht zu sehen. Mit drin sind noch Mandus (gefüllte Teigtaschen), ein verquirltes Ei, Lauchzwiebel und mit Sojasauce, Sesamöl, Gochu (grob gemahlenem roten Chili) und Zucker mariniertem Tofu. Lecker! Nicht nur zu Neujahr.

Auf einem Foodblog las ich: Februar "the soupiest month". Oh ja! Die Suppe mittags im Krankenhaus kann das Bedürfnis nicht mehr stillen und trotz frühem Frühling könnte ich fast jeden Abend einen anderen Pott Suppe essen.
Heute gab es Yuggaechang (육 개 장) vom Hauslieferanten HanUdong 한 우 동. Eine scharfe Suppe mit Rindfleisch, viel Gemüse und Glasnudeln. (Wie werde ich ohne HanUdong in Deutschland überleben?)
Mein nächstes Projekt ist Doenjang-Jjigae. Dazu wage ich mich (möglicherweise morgen) an meinen allerersten Algenfond.
Warum erst in Deutschland anfangen, koreanisches Essen zu kochen, wo man doch hier alles so convenient bekommt? Knapp drei Monate ohne Kochen - viel zu viel für mich.

Sonntag, 4. Februar 2007

We did it! Kimchi Kochkurs

Wir hatten schon lange darüber geredet - und heute war der Tag. Kimchi-Kochkurs!
Für alle, die Kimchi noch nicht kennen:
Kimchi nennt man sowohl eine auf Milchsäuregärung basierende Zubereitungsart von Gemüse in der koreanischen Küche als auch alle auf diese Art zubereiteten Gemüse (Wikipedia)
Kimchi ist DER essentielle Bestandteil der koreanischen Küche. Die klassische Variante ist Kohlkimchi, es gibt aber unzählige andere Zubereitungsarten mit den unterschiedlichsten Gemüsen. Früher wichtigster VitaminC-Lieferant im Winter, heute auch ohne Vitaminmangel bei jedem Essen dabei.
Am Anfang für viele wohl gewöhnungsbedürftig, ist Hanna sofort und ich quasi gleich auf den Geschmack gekommen.
Und in Deutschland? Kein Kimchi? Unmöglich.
Das sind unsere ersten Versuche mit Kohl-Kimchi (Baechu Kimchi) in Son´s Home (Page funktioniert nur mit IE).


1. Paste/Füllung zum Würzen herstellen (oder herstellen lassen) aus Rettich, Zwiebel, Knoblauch (viel), Ingwer, Fischsauce, getrockneten Shrimps, Zucker, Salz und ganz wichtig: Chilipulver. In Mama Son´s Spezialrezept ist noch etwas koreanische Birne drin.




2. Die Paste/Füllung dann zwischen jedes einzelne Blatt des Kohls schmieren, der vorher ein paar Stunden in Salzwasser zugebracht hat.






3. Hübsch zu einer Kugel formen, in eine Tupperdose und dann - aufgepasst - ab in den Kimchi-Kühlschrank! Ja, fast jeder koreanische Haushalt hat einen Kimchi-Kühlschrank! Wahrscheinlich wurde die traditionelle Variante zu mühsam, die großen Tontöpfe im Garten zu vergraben, damit die Temperatur konstant bleibt.


Ja, Kimchi ist sensibel und braucht die richtige Behandlung. Nach drei bis vier Tagen ist das Kimchi fertig, man kann es aber auch bis zu drei Jahren (!) aufbewahren. Der Fermentierungsgrad ist eben immer unterschiedlich und damit auch der Geschmack. Damn. Jetzt wissen wir, was in unserem Appartement noch fehlt!

Zur richtigen "korean experience" gehört aber noch viel mehr: zum einen Hanbok tragen - das traditionelle Gewandt, in dem man auch heute noch einige Leute in der Öffentlichkeit sieht.
Tja, Rosalie aus Amerika hat das Verkleiden nicht so gefallen, aber seht euch erst das Video (coming soon!) vom Trommeln an - da ist Rosalie wirklich "not amused". Ausserdem war ihr das Kimchi zu scharf, das andere (übrigens köstliche Essen) hat auch nicht geschmeckt... Schwierig, schwierig. Warum dann ein solcher Kurs? Wahrscheinlich gehört das für sie zum Pflichprogramm, wenn man für eine Firma arbeitet, die Kimchi-Kühlschränke herstellt!