Donnerstag, 15. Februar 2007
Video vom Kimchi-Kochkurs mit Rosalie
Hanna und ich hatten unsere Performance schon erfolgreich hinter uns gebracht. Dann waren Nennen-wir-sie-Rosalie und ihre Kollegin an der Reihe. Sie arbeitet für eine Firma, die Kimchi-Kühlschränke herstellt. Ziemlich cool. Aber nein, alles war nichts für Rosalie. Das Kimchi zu scharf, das Essen zu ungewöhnlich, das Trommeln zu schwer und der Himmel zu blau. Sie hat sich natürlich den knallrosa Hanbok (traditionelles Kostüm) ausgesucht war so unglaublich offensichtlich nicht begeistert. Man beachte Hannas Gesichtsausdruck am Schluss!
Dienstag, 13. Februar 2007
Jetzt nur noch sechs Wochen...
Hanna und ich haben vor zwei Wochen vorsichtshalber schonmal eine Liste an Dingen erstellt, die wir noch unternehmen wollen oder Essen, das wir noch probieren wollen, bevor es wieder nach Hause geht.
Hier ist meine Liste in zufälliger Reihenfolge mit ein paar zusätzlichen Kommentaren (stellt auch auf einen langen Eintrag ein...). Immerhin haben wir in der Zwischenzeit schon einiges geschafft.
Ausflug in die DMZ(Demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea) - kalter Krieg im Winter. Gerne, wenn es etwas wärmer ist. Also im März. - Nachdem ich mit einigen Leuten gesprochen habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich das wirklich noch will. Informationstechnisch soll es etwas mau sein und eine DMZ an sich ist ja auch nichts Neues mehr. Siehe Vietnam. UPDATE: Unser Trip an die DMZ, auf eigene Faust, ohne große Gruppe.Jimjilbang besuchen(wörtlich: Massage-Raum) - siehe hoffentlich baldigen Blogeintrag (jaja, immer diese leeren Versprechungen...)Bulgogi 불고기 essen- der Koreaklassiker für viele schlechthin. Ging bisher aber irgendwie unter. Geschafft und für gut befunden.- Shinsollo 신선로 essen - ein Gericht für Festtage. Mal sehen, ob wir das überhaupt irgendwo kriegen. Allein der englische Name ist schon toll: fancy hot pot! Schade, das hat nicht mehr geklappt. Nächstes Mal.
jemandem in der U-Bahn was abkaufen- mindestens einmal auf jeder Fahrt nach Seoul kommt ein(e) recht gut gekleidete(r) Mann/Frau ins Abteil und fängt an, ziemlich lautstark irgendein Produkt anzupreisen. Nach persönlicher Erfahrung sind besonders Taschenlampen, Lupen für den U-Bahn-Plan, Handschuhe, Schuhcreme und elektrische Rasierer beliebt. Aber es gibt hin und wieder auch mal Flip-Fotoalben oder Bruchbänder! Vieles für 1000 Won (knapp 1€). Seltsam. Noch seltsamer aber, dass jedesmal etwas verkauft wird. Ob aus wirklichem Interesse oder Mitleid konnte ich bisher noch nicht eruieren) Was ich kaufen werde? Keine Ahnung, ich warte auf eine spontane Eingebung. 18.Februar - Es ist vollbracht: gestern habe ich für 1000 Won eine zusammenklappbare Minifusselbürste erstanden! Wer sich fragt, was das wohl soll, muss nur einen Blick auf unsere Klamotten werfen.Wandern in mindestens einem Nationalpark- auf jeden Fall wieder!im Love-Motel übernachten- mind you - keine Puff-Absteige, sondern ein Ort für traute Zweisamkeit für Pärchen jeden Alters. Oder einfach so zum Übernachten, auch allein. Privatssphäre in Korea ist nicht so leicht zu finden wie in Deutschland, die Freundin/Freund wird den Eltern erst mit festen Heiratsabsichten vorgestellt, auch die Eltern brauchen mal Ruhe - da kommt so ein Love-Motel gerade richtig. Unser Favorit wäre eins mit Bett in Herzform. Mal sehen, was sich machen lässt. Ja - es gibt sicher auch ein paar Zimmer in den Love-Motels, wo andere Dinge stattfinden. Update: Blogeintrag Love MotelIsland-hopping in the West-Sea- so übernommen aus dem LonelyPlanet. Da wir ja schon bei Incheon wohnen, müssen wir doch auch die Inseln in der Gegend erkunden. Bisher war es uns aber echt zu kalt. Auch ein Punkt für den März. Update: Am 28.02. war es unglaublich warm und so sind wir nach dem Immigration Office kurz noch nach Wolmido an die Strandpromenade gefahren. Und warum nicht kurz noch mit der Fähre rüber nach Yeongjongdo fahren? Gesagt, getan. 15 Minuten rüber, eine Runde über den Fischmarkt und zurück. Nur ein Kurztrip. Beim nächsten Mal stehen noch die Strände im Westen der Insel an.- mehr Streetfood probieren - Jens, du wirst gebraucht! Ich kann probieren, Du aufessen ;-) Wie könnte ich diesen Punkt wirklich abhaken?
Kimchi-Kochkurs(endlich!)- Geschenke kaufen - ein paar Mitbringsel müssen schon sein Einiges ist schon im Koffer, anderes nicht. Ich verspreche nichts...
Koreanische Gewürze und Pasten zum Nachkochen zu Hause kaufen- wie werden wir das Essen vermissen, wenn wir erst wieder zu Hause sind. Also selbst machen. Man kann ja nicht immer ins feindliche Düsseldorf fahren... Meine Ausstattung ist gekauft: Gochujang-Paste, Doenjang-Paste, Gochupulver (Chilipulver), Algen für den Fond - man kriegt ja alles auch in Deutschland. Und last but not least: eine eckige Pfanne für Omlette zum Kimbab und Sushi machen. Jo!Hangover-Suppe essen해장국 - haben wir sowas auch?im DVD-Bang die Rache-Trilogie von Park Chan-Wook zu Ende gucken(Regisseur von "Old Boy", dem bekanntesten koreanischen Film im Ausland, weil Großer Preis der Jury auf dem Filmffestival in Cannes 2004. Den ersten und lezten Teil "Sympathy for Mr. Vengeance und Sympathy for Lady Vengeance haben wir mitterweile gehehen, jetzt fehlt mir noch der Klassiker "Old Boy".) Update: 22.März. Was wäre ein Aufenthalt in Korea ohne DVD-Bang. Das musste Jens gesehen haben. So kann ich auch "Old Boy" von der Liste streichen.zu Sortino´s gehenund eine richtige Pizza essen- es muss auch mal etwas anderes als koreanisches Essen sein! Einmal thailändisch und einmal italienisch in fast vier Monaten muss drin sein. 18.Februar: Gestern waren Tristan, Hanna und ich bei Sortino´s. Wir mussten warten, weil wir keinen Tisch reserviert hatten, aber es hat sich gelohnt! Carpaccio, Linguine mit Seafood und eine Pizza mit Rucola, Mozarella und Parmaschinken - alles mit gutem Olivenöl, dazu guter Wein - ein Traum! Ich weiß nicht, wann ich italienisches Essen zum letzten Mal so genossen habe! Wir haben es krachen lassen.jenes Bild in der Galerie von Kim Jom Som in Insadong kaufen- lasst euch zu Hause überraschen. Ich finde es wunderschön! Mit Wallace´s Worten: "A valuable addition to our modern lifestyle."Rohen Fisch 회 am Meer essen- Update: hier und hier.auf den Noryangjin-Fischmarkt gehenund noch mehr rohen Fisch essen- Kujolpan 구절판 essen - nochmal ein traditioneller Klassiker Hm, auch das habe ich leider nicht mehr gegessen. Aber man muss ja noch Pläne haben.
1Paar korean-style Schuhe kaufen- ich sage es offen und ehrlich: ich mag koreanische Mode nicht. Ja, es liegt auch daran, dass ich nicht reinpasse (theoretisch gibt es bei den Größen auch L und nicht nur (kleines) M, nur nicht dort, wo wir bisher waren). Aber fiesester 80er Jahre-Style in der hübschen Farbkombination von kobaltblau, mausgrau und senfgelb muss für mich einfach nicht sein. 24 Stunden am Tag in High-heels rumlaufen (quasi ein Muss für die koreansiche Frau jenseits des Schulalters) ist auch nicht. Aber ein Paar - von mir aus. Schwierig nur, dass es die meisten Schuhe nur in S, M und L gibt. Das sind bei uns 37, 38, 39. Schade, ich habe 36. Hanna hat leider 41. Ganz blöd gelaufen für uns. Ich frage mich, was die koreanische nicht-Durchschnittsfrau macht, die es auch recht häufig gibt. Aber manchmal findet man auch Schuhe in 230 (36), dann aber in Gold-, Grün- oder Blauglitzer, mit viel Schleifchen und Gedönsrat. Schon beim Schreiben sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare. Aber man gönnt sich ja sonst nix. Möglicherweise wird das der Punkt sein, der auf der Liste bleibt. 27. Februar: Ich habe ein Paar Schuhe erstanden. Wo sonst als in der Bupyeong-Underground-Shoppingmall! Sogar Handmade und nicht aus China. Ja, ich glaube das. Hatte schließlich tatkräftige Unterstützung von Jin-Hi, die alles auf koreanisch gemanagt hat. Manchmal ist das schon sehr schön, sich etwas zurücklegen zu können. Und wie sehen sie aus? Lasst euch überraschen.Koreanische Popmusik kaufen- muss ich ja von überall her mitbringen. Ich hab auch schon ein paar Lieder im Ohr. Muss wohl mal in einen Laden gehen und sie jemandem vorsingen. Update: Dank Tristan muss nichts mehr gekauft werden: 100 Lieder aus den akutellen Charts inklusive meiner Lieblingslieder! Danke, danke, danke!- auf den letzten Metern noch einen koreanischen Klingelton fürs Handy kaufen - almost korean. Oh nein, es klappt nicht! Mein Handy ist zu alt und abgerockt, kommt nicht ins Internet und kann somit keinen Klingelton empfangen. Ich bin untröstlich.
Eine Brille kaufen- Brillen sollen hier ziemlich günstig sein und da ich in Deutschland immer ein halbes Vermögen für eine Brille (die Gläser sind es ja) hinblättern muss, wäre das hier definitiv einen Versuch wert. Update: Siehe Blogeintrag Brille
Sonntag, 4. Februar 2007
We did it! Kimchi Kochkurs
Für alle, die Kimchi noch nicht kennen:
Kimchi nennt man sowohl eine auf Milchsäuregärung basierende Zubereitungsart von Gemüse in der koreanischen Küche als auch alle auf diese Art zubereiteten Gemüse (Wikipedia)
Kimchi ist DER essentielle Bestandteil der koreanischen Küche. Die klassische Variante ist Kohlkimchi, es gibt aber unzählige andere Zubereitungsarten mit den unterschiedlichsten Gemüsen. Früher wichtigster VitaminC-Lieferant im Winter, heute auch ohne Vitaminmangel bei jedem Essen dabei.Am Anfang für viele wohl gewöhnungsbedürftig, ist Hanna sofort und ich quasi gleich auf den Geschmack gekommen.
Und in Deutschland? Kein Kimchi? Unmöglich.
Das sind unsere ersten Versuche mit Kohl-Kimchi (Baechu Kimchi) in Son´s Home (Page funktioniert nur mit IE).
1. Paste/Füllung zum Würzen herstellen (oder herstellen lassen) aus Rettich, Zwiebel, Knoblauch (viel), Ingwer, Fischsauce, getrockneten Shrimps, Zucker, Salz und ganz wichtig: Chilipulver. In Mama Son´s Spezialrezept ist noch etwas koreanische Birne drin.
2. Die Paste/Füllung dann zwischen jedes einzelne Blatt des Kohls schmieren, der vorher ein paar Stunden in Salzwasser zugebracht hat.
3. Hübsch zu einer Kugel formen, in eine Tupperdose und dann - aufgepasst - ab in den Kimchi-Kühlschrank! Ja, fast jeder koreanische Haushalt hat einen Kimchi-Kühlschrank! Wahrscheinlich wurde die traditionelle Variante zu mühsam, die großen Tontöpfe im Garten zu vergraben, damit die Temperatur konstant bleibt.
Ja, Kimchi ist sensibel und braucht die richtige Behandlung. Nach drei bis vier Tagen ist das Kimchi fertig, man kann es aber auch bis zu drei Jahren (!) aufbewahren. Der Fermentierungsgrad ist eben immer unterschiedlich und damit auch der Geschmack. Damn. Jetzt wissen wir, was in unserem Appartement noch fehlt!
Zur richtigen "korean experience" gehört aber noch viel mehr: zum einen Hanbok tragen - das traditionelle Gewandt, in dem man auch heute noch einige Leute in der Öffentlichkeit sieht.
Tja, Rosalie aus Amerika hat das Verkleiden nicht so gefallen, aber seht euch erst das Video (coming soon!) vom Trommeln an - da ist Rosalie wirklich "not amused". Ausserdem war ihr das Kimchi zu scharf, das andere (übrigens köstliche Essen) hat auch nicht geschmeckt... Schwierig, schwierig. Warum dann ein solcher Kurs? Wahrscheinlich gehört das für sie zum Pflichprogramm, wenn man für eine Firma arbeitet, die Kimchi-Kühlschränke herstellt!
Montag, 29. Januar 2007
Kantinenessen

Auf den ersten Blick ein typisches Kantinenessen. Das Essen lieblos auf das weiße, irgendwie steril anmutende Tablett geklatscht, optisch vielleicht nicht wirklich ansprechend.
Auf den zweiten Blick ist alles doch ganz anders.
Zuerst einmal die Stäbchen. Aus Metall. Die Koreaner denken an die Umwelt, trennen den Müll und holzen nicht Chinas Wälder für Stäbchen ab. Wie die Japaner. Ausserdem viel gesünder. Kein chemisch gebleichtes Holz. Die Koreander achten auf die Gesundheit ("It´s good for your health" ist ein allseits beliebter Spruch).
Bei der ersten Handhabung der Metallstäbchen empfiehlt es sich, zu Hause schon einmal mit der Holzvariante geübt zu haben. Sie liegen viel schwerer in der Hand und drohen - zumindest am Anfang - das ein oder andere Mal zu entgleiten.
Der Löffel ist nicht nur für die Suppe da, sondern auch für den Reis. Nur in Korea wird Reis nicht nur von Touristen mit dem Löffel gegessen.
Unten links die Basis für´s Essen: Klebreis. Morgens, mittags und abends. Ich mag ihn besonders wegen seiner Konsistenz: klebrig aber nicht pappig. Den Reis gibt es zwar auch in anderen Zubereitungsarten, bzw. mit Beigaben, aber den klassischen gibt es am häufigsten, in der Kantine immer. Je größer der Hunger, desto mehr Reis aufladen. Self-service.
Unten rechts die alltägliche Suppe. Aber nicht jeden Tag die gleiche. Meistens finden sich Tofu-Bestandteile und Algen. Manchmal scharf, immer würzig, fast immer gut. Ok, auch nichts für den Mitesser das Auge. Aber ich bin ein großer Freund der mittäglichen Suppe und weiß jetzt schon, dass ich sie sehr vermissen werde.
Oben links das obligatorische Kimchi. Wie schon erwähnt auch ein essentieller Bestandteil jedes koreanischen Essens. Kimchi gibt es in unzähligen Varianten und sogar im Krankenhaus wird hin und wieder abgewechselt. Mein Favorit ist das Kimchi, das in kleinen "cubes", Würfeln daherkommt. Da läuft man auch nicht Gefahr, mit zu großen Kohlblättern konfrontiert zu werden und plötzlich den Mund mehr als voll zu haben, denn ein Messer ist ja nicht vorgesehen. Das Kimchi steht übrigens auf dem Tisch und jeder nimmt sich nach Bedarf. Nichts muss, alles geht.
Mittig eine täglich wechselnde Beilage. Heute Schweinefleisch mit Chilischoten an äußerst schmackhafter Sauce. Ein Klassiker ist Fisch, der in quadratischen Stücken noch komplett mit Haut und Gräten auf das Tablett wandert. Immer noch eine Herausforderung, ihn mit Stäbchen zu zerlegen. Eine noch größere, das auch optisch einwandfrei zu tun. (Ja, die Optik ist in Korea mehr als ein nur ein Thema.)
Oben rechts eine Art Salat aus - ach keine Ahnung - irgendein Gemüse war es eben. Hatte mir wenig genommen, weil er beim letzten Mal einen fiesen, weil zu fischigen, Abgang hatte. Aber diesmal nichts zu beanstanden.
Natürlich wiederholt sich das Essen irgendwann, aber dennoch würde ich die Kantine jederzeit mit nach Deutschland nehmen. Keine Auswahl, dafür "good for your health". Wenn Deutschland einmal am Tag so essen würde, gäbe es sicher einige Probleme weniger. Einmal reicht, man muss ja nicht übertreiben...
Ich weiß leider nicht, was das Kantinenessen kostet, denn wir haben Essensmarken bekommen.
Wenn jemand probieren will - ich habe noch Marken über, denn es sind drei für jeden Tag vorgesehen.
Koreanisches Sprichwort