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Mittwoch, 14. März 2007

63 Building





Am Sonntag war die Sicht ziemlich gut. Kein Asian Dust, kein Smog. Ein Tag, um Seoul von oben zu sehen. Auf zum 63 Building. Bis 2002 das höchste Gebäude Koreas, direkt am Han-River und golden glänzend von weitem sichtbar. Ok, das ist bei einem Gebäude dieser Höhe auch keine Kunst.
Das Skydeck ist ganz oben im 60. Stock und der Blick ist hervorragend, auch wenn man durch Glas schauen muss. Besonders beeindruckend das Ausmaß der Stadt. Und wahrscheinlich ist "Dynamic Korea" von hier oben besonders offensichtlich. Überall wird gebaut und neue Wolkenkratzer und Appartementblocks entstehen fast täglich.
Wer weiss, wie lange das Viertel auf dem letzten Bild noch so existieren wird?

Dienstag, 13. März 2007

Sightseeing




Eine tolle Gelegenheit, mal wieder ein paar Paläste anzugucken, wenn man "Koreafrischlinge" durch die Stadt führt. Hier Bilder vom Deoksugung-Palast, der mitten in Seoul steht.
Mit der Statue von König Sejong, dem quasi-Nationalheiligen Koreas. Er hat "Hangeul", die koreanische Schrift erfunden - wer kann so etwas schon von sich behaupten? Sein Bild ist auch auf den 10.000Won-Scheinen zu finden. Dumm nur, dass das schon die größten sind mit 8 Euro. Aber wer sollten denn auf einen größeren Schein? Eine Frage, die in Korea seit Jahren heiss diskutiert wird und auf die es wohl keine Antwort geben wird.

Wenn man einen schnellen Überblick über die Stadt kriegen will, wenig laufen möchte oder es einfach zu kalt für draussen ist bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Gerade mal 5.000 Won für eine 2-stündige Fahrt durch die komplette Stadt, während draussen der eisige Wind wehte. Mit mehr Zeit gibt es auch die Hop-on-hop-off-Variante - wann immer es genehm ist aussteigen und einen Blick riskieren.
Das war schon gestern, heute war Non-stop-Shoppen bei wunderschönstem Wetter angesagt. Und Jens mittendrin, ohne mit der Wimper zu zucken. Bilder vielleicht morgen.

Samstag, 3. März 2007

Kyobo Bookstore - Die eine Seite


Kyobo ist Koreas größter Buchladen - and since we are in Korea it´s enormous! Ich glaube nicht, dass ich das ganze Ausmaß erfasst habe, da ich direkt in die "Foreign Books"-Abteilung durchgelaufen bin. Genau der richtige Ort an einem nebligen, nassen Samstagnachmittag - sollte man denken. Eigentlich ja, wenn man nicht die ganze Zeit angequatscht werden würde.
"Hello, can I ask you a question?" Ein pickeliger Mittezwanzigjähriger streckt mir sein Buch entgegen mit dem aufschlussreichen Titel "How to talk to anyone, anytime, anywhere."von Larry King (Hallo!!! Braucht die Welt so ein Buch?) "I am just reading this book..." Kann ja nicht wahr sein, warum muss es immer mich treffen?! (Und es trifft mich ständig. Fast jeden Tag werde ich von jemandem angequatscht, besonders gerne von den Zeugen Jehovas oder anderen Kirchenleuten.)
Nach zwei Minuten einseitiger Koversation konnte ich mich endlich wieder den Büchern zuwenden. Griff das, was am nächsten lag. Einfach nur mal meine Ruhe haben. Doch...
"Hello, are you from America?" Ach nee, nicht schon wieder. Ein 70-jähriger zeigt mir sein Notizbuch. "I learn English by myself, maybe you help me with something..."
Nein, bitte nicht schon wieder! Aber ich bin schließlich die Fremde hier.
Doch wie soll man einem etwas seltsamen aufdringlichen älteren Mann mit sehr begrenztem Englischwortschatz klar machen, dass es vielleicht nicht die beste Idee wäre, im ersten Gespräch mit jemandem den Ausdruck "It sucks to be you" zu benutzen?
Wenn ich nicht in Korea wäre, hätte ich auf die Auflösung mit versteckter Kamera gewartet.

Hier weiterlesen: Die andere Seite

Freitag, 2. März 2007

Wir sitzen draußen!



Gestern war ein denkwürdiger Tag! Wir saßen zum ersten Mal draußen - ich war sogar ohne Jacke unterwegs. Leider ist das tolle Wetter schon wieder Vergangenheit, denn heute regnet es "cats and dogs". Auch das ist eine Erwähnung wert, denn es hat den ganzen Winter über praktisch nicht geregnet.
Was haben wir im Dezember und Januar hier gefroren und welchen Unterschied macht es doch, das Land bei gemäßigteren Temperaturen zu erleben. Seitdem ist Korea einfach ein Traum und ich muss schon schlucken beim Gedanken, dass das alles hier bald ein Ende haben wird.
Wir werden die letzten Wochen noch genießen.

Man beachte die farbliche Abstimmung unserer Getränke!

Noryangjin-Fischmarkt (노량진 수산 시장)












Von der Haltestelle Noryangjin sind es nur ein paar Meter über die Gleise mit Blick auf das goldene Yuksam-Building (Gebäude 63 mit -wäre hätte es gedacht - 63 Stockwerken) bis zu Koreas größtem Fischmarkt. Hauptumschlagplatz für Fisch in Seoul und etwa ein Drittel günstiger, als woanders zu kaufen.

Kaum ist man die paar Stufen zur Markthalle hinabgestiegen, bietet sich einem ein beindruckendes Bild. Hunderte von Verkäufern bieten quasi alles an, was das Meer zu bieten hat. Gestern war ein warmer Tag, aber von Geruch kaum eine Spur. Und obwohl Feiertag war und wir nachmittags dort waren, war doch einiges los. Das Angebot: mouthwatering! Am tollsten ist es, sich den Fisch auszusuchen und direkt am Stand in Sashimi zubereiten zu lassen. Entweder direkt roh essen, zu Hause kochen oder noch besser alles mit in ein Restaurant nebenan nehmen und dort zubereiten lassen. So ist das Menue komplett mit frischestem Fisch lecker zubereitet, Sidedishes und Soju oder einfach nur Wasser.
Ich musste mich so zurückhalten, nicht mein ganzes Geld auf den Kopf (Fisch?) zu hauen - aber wir waren am Abend zum Kochen verabredet. Und es gibt ja immer noch ein anderes Mal - eigentlich wird es noch mehrere Male geben. Ein Traum!
Hier noch ein interessanter Artikel über eine Nacht auf dem Fischmarkt.

Dienstag, 13. Februar 2007

Bloggen und Video-Blog "Seoul Glow"

Seit einiger Zeit bin ich nicht nur ein fleißiger Leser deutscher online-Nachrichten, sondern vor allem auch von Koreablogs - Blogs über das Leben in Korea im Allgemeinen und Speziellen, sehr gerne auch Korea-Foodblogs.
Obwohl ich dem Internet ja immer schon sehr freundlich gesonnen war, hatte ich vor Korea überhaupt kein Bedürfnis, mich der Welt in einem Blog mitzuteilen. Seit ich aber in Korea bin, ist das anders. Per Email jeden auf dem Laufenden zu halten? Viel zu anstrengend - krieg ich ja in Deutschland auch nicht hin. So ein Blog ist doch die perfekte Lösung, diejenigen zu erreichen, die es interessiert. Texte, Fotos, schnelle Links zu mehr Infos, sogar Videos - alles kein Problem.
Als Blogger bleibt man nicht lange allein. Man will sehen, was die anderen machen, über welche Themen geschrieben wird, was interessiert. Und da Blogger gerne mal andere Seiten auf ihrer eigenen erwähnen - Seiten, die sie selbst gerne lesen oder die einfach gut in die Thematik passen - kann es passieren, dass die Lesezeichen bald überhand nehmen.
Gerade, wenn es sich um eine relativ kleine Blogger-Gemeinde handelt, wie es in Korea noch der Fall ist.
Heute hatte ich endlich mal die Zeit, mir ein neues Blog, der (oder das?) vor allem auf den englischen Koreablogs schon häufig Erwähung fand, anzuschauen. Nicht irgendein Blog. Ein Video-Blog über Seoul!
Seit Anfang des Jahres gibt es von Fotograf Michael Hurt jede Woche interessante (und hervorragend aufbereitete) Einblicke ins koreanische Leben in Seoul. Auf Englisch, was am Rande erwähnt sei.
Nur für die Internetverbindung von heute gedacht, Modembesitzer müssen wohl eher draußen bleiben, denn die Filmchen haben meist eine Länge von etwa 10 Minuten. Und sogar als Podcast erhältlich und abonnierbar. Während ich diesen Eintrag schreibe, freue ich mich schon auf die dritte (heute!) veröffentlichte neue Folge von Seoul Glow.
Wärmstens zu empfehlen!
Hier die zweite Folge:



Hm, da war irgendwie der Link zu Seoul Glow weg. Wieder behoben.

Jetzt nur noch sechs Wochen...

... und noch so viel zu tun.
Hanna und ich haben vor zwei Wochen vorsichtshalber schonmal eine Liste an Dingen erstellt, die wir noch unternehmen wollen oder Essen, das wir noch probieren wollen, bevor es wieder nach Hause geht.
Hier ist meine Liste in zufälliger Reihenfolge mit ein paar zusätzlichen Kommentaren (stellt auch auf einen langen Eintrag ein...). Immerhin haben wir in der Zwischenzeit schon einiges geschafft.
  1. Ausflug in die DMZ (Demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea) - kalter Krieg im Winter. Gerne, wenn es etwas wärmer ist. Also im März. - Nachdem ich mit einigen Leuten gesprochen habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich das wirklich noch will. Informationstechnisch soll es etwas mau sein und eine DMZ an sich ist ja auch nichts Neues mehr. Siehe Vietnam. UPDATE: Unser Trip an die DMZ, auf eigene Faust, ohne große Gruppe.
  2. Jimjilbang besuchen (wörtlich: Massage-Raum) - siehe hoffentlich baldigen Blogeintrag (jaja, immer diese leeren Versprechungen...)
  3. Bulgogi 불고기 essen - der Koreaklassiker für viele schlechthin. Ging bisher aber irgendwie unter. Geschafft und für gut befunden.
  4. Shinsollo 신선로 essen - ein Gericht für Festtage. Mal sehen, ob wir das überhaupt irgendwo kriegen. Allein der englische Name ist schon toll: fancy hot pot! Schade, das hat nicht mehr geklappt. Nächstes Mal.
  5. jemandem in der U-Bahn was abkaufen - mindestens einmal auf jeder Fahrt nach Seoul kommt ein(e) recht gut gekleidete(r) Mann/Frau ins Abteil und fängt an, ziemlich lautstark irgendein Produkt anzupreisen. Nach persönlicher Erfahrung sind besonders Taschenlampen, Lupen für den U-Bahn-Plan, Handschuhe, Schuhcreme und elektrische Rasierer beliebt. Aber es gibt hin und wieder auch mal Flip-Fotoalben oder Bruchbänder! Vieles für 1000 Won (knapp 1€). Seltsam. Noch seltsamer aber, dass jedesmal etwas verkauft wird. Ob aus wirklichem Interesse oder Mitleid konnte ich bisher noch nicht eruieren) Was ich kaufen werde? Keine Ahnung, ich warte auf eine spontane Eingebung. 18.Februar - Es ist vollbracht: gestern habe ich für 1000 Won eine zusammenklappbare Minifusselbürste erstanden! Wer sich fragt, was das wohl soll, muss nur einen Blick auf unsere Klamotten werfen.
  6. Wandern in mindestens einem Nationalpark - auf jeden Fall wieder!
  7. im Love-Motel übernachten - mind you - keine Puff-Absteige, sondern ein Ort für traute Zweisamkeit für Pärchen jeden Alters. Oder einfach so zum Übernachten, auch allein. Privatssphäre in Korea ist nicht so leicht zu finden wie in Deutschland, die Freundin/Freund wird den Eltern erst mit festen Heiratsabsichten vorgestellt, auch die Eltern brauchen mal Ruhe - da kommt so ein Love-Motel gerade richtig. Unser Favorit wäre eins mit Bett in Herzform. Mal sehen, was sich machen lässt. Ja - es gibt sicher auch ein paar Zimmer in den Love-Motels, wo andere Dinge stattfinden. Update: Blogeintrag Love Motel
  8. Island-hopping in the West-Sea - so übernommen aus dem LonelyPlanet. Da wir ja schon bei Incheon wohnen, müssen wir doch auch die Inseln in der Gegend erkunden. Bisher war es uns aber echt zu kalt. Auch ein Punkt für den März. Update: Am 28.02. war es unglaublich warm und so sind wir nach dem Immigration Office kurz noch nach Wolmido an die Strandpromenade gefahren. Und warum nicht kurz noch mit der Fähre rüber nach Yeongjongdo fahren? Gesagt, getan. 15 Minuten rüber, eine Runde über den Fischmarkt und zurück. Nur ein Kurztrip. Beim nächsten Mal stehen noch die Strände im Westen der Insel an.
  9. mehr Streetfood probieren - Jens, du wirst gebraucht! Ich kann probieren, Du aufessen ;-) Wie könnte ich diesen Punkt wirklich abhaken?
  10. Kimchi-Kochkurs (endlich!)
  11. Geschenke kaufen - ein paar Mitbringsel müssen schon sein Einiges ist schon im Koffer, anderes nicht. Ich verspreche nichts...
  12. Koreanische Gewürze und Pasten zum Nachkochen zu Hause kaufen - wie werden wir das Essen vermissen, wenn wir erst wieder zu Hause sind. Also selbst machen. Man kann ja nicht immer ins feindliche Düsseldorf fahren... Meine Ausstattung ist gekauft: Gochujang-Paste, Doenjang-Paste, Gochupulver (Chilipulver), Algen für den Fond - man kriegt ja alles auch in Deutschland. Und last but not least: eine eckige Pfanne für Omlette zum Kimbab und Sushi machen. Jo!
  13. Hangover-Suppe essen 해장국 - haben wir sowas auch?
  14. im DVD-Bang die Rache-Trilogie von Park Chan-Wook zu Ende gucken (Regisseur von "Old Boy", dem bekanntesten koreanischen Film im Ausland, weil Großer Preis der Jury auf dem Filmffestival in Cannes 2004. Den ersten und lezten Teil "Sympathy for Mr. Vengeance und Sympathy for Lady Vengeance haben wir mitterweile gehehen, jetzt fehlt mir noch der Klassiker "Old Boy".) Update: 22.März. Was wäre ein Aufenthalt in Korea ohne DVD-Bang. Das musste Jens gesehen haben. So kann ich auch "Old Boy" von der Liste streichen.
  15. zu Sortino´s gehen und eine richtige Pizza essen - es muss auch mal etwas anderes als koreanisches Essen sein! Einmal thailändisch und einmal italienisch in fast vier Monaten muss drin sein. 18.Februar: Gestern waren Tristan, Hanna und ich bei Sortino´s. Wir mussten warten, weil wir keinen Tisch reserviert hatten, aber es hat sich gelohnt! Carpaccio, Linguine mit Seafood und eine Pizza mit Rucola, Mozarella und Parmaschinken - alles mit gutem Olivenöl, dazu guter Wein - ein Traum! Ich weiß nicht, wann ich italienisches Essen zum letzten Mal so genossen habe! Wir haben es krachen lassen.
  16. jenes Bild in der Galerie von Kim Jom Som in Insadong kaufen - lasst euch zu Hause überraschen. Ich finde es wunderschön! Mit Wallace´s Worten: "A valuable addition to our modern lifestyle."
  17. Rohen Fisch 회 am Meer essen - Update: hier und hier.
  18. auf den Noryangjin-Fischmarkt gehen und noch mehr rohen Fisch essen
  19. Kujolpan 구절판 essen - nochmal ein traditioneller Klassiker Hm, auch das habe ich leider nicht mehr gegessen. Aber man muss ja noch Pläne haben.
  20. 1Paar korean-style Schuhe kaufen - ich sage es offen und ehrlich: ich mag koreanische Mode nicht. Ja, es liegt auch daran, dass ich nicht reinpasse (theoretisch gibt es bei den Größen auch L und nicht nur (kleines) M, nur nicht dort, wo wir bisher waren). Aber fiesester 80er Jahre-Style in der hübschen Farbkombination von kobaltblau, mausgrau und senfgelb muss für mich einfach nicht sein. 24 Stunden am Tag in High-heels rumlaufen (quasi ein Muss für die koreansiche Frau jenseits des Schulalters) ist auch nicht. Aber ein Paar - von mir aus. Schwierig nur, dass es die meisten Schuhe nur in S, M und L gibt. Das sind bei uns 37, 38, 39. Schade, ich habe 36. Hanna hat leider 41. Ganz blöd gelaufen für uns. Ich frage mich, was die koreanische nicht-Durchschnittsfrau macht, die es auch recht häufig gibt. Aber manchmal findet man auch Schuhe in 230 (36), dann aber in Gold-, Grün- oder Blauglitzer, mit viel Schleifchen und Gedönsrat. Schon beim Schreiben sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare. Aber man gönnt sich ja sonst nix. Möglicherweise wird das der Punkt sein, der auf der Liste bleibt. 27. Februar: Ich habe ein Paar Schuhe erstanden. Wo sonst als in der Bupyeong-Underground-Shoppingmall! Sogar Handmade und nicht aus China. Ja, ich glaube das. Hatte schließlich tatkräftige Unterstützung von Jin-Hi, die alles auf koreanisch gemanagt hat. Manchmal ist das schon sehr schön, sich etwas zurücklegen zu können. Und wie sehen sie aus? Lasst euch überraschen.
  21. Koreanische Popmusik kaufen - muss ich ja von überall her mitbringen. Ich hab auch schon ein paar Lieder im Ohr. Muss wohl mal in einen Laden gehen und sie jemandem vorsingen. Update: Dank Tristan muss nichts mehr gekauft werden: 100 Lieder aus den akutellen Charts inklusive meiner Lieblingslieder! Danke, danke, danke!
  22. auf den letzten Metern noch einen koreanischen Klingelton fürs Handy kaufen - almost korean. Oh nein, es klappt nicht! Mein Handy ist zu alt und abgerockt, kommt nicht ins Internet und kann somit keinen Klingelton empfangen. Ich bin untröstlich.
  23. Eine Brille kaufen - Brillen sollen hier ziemlich günstig sein und da ich in Deutschland immer ein halbes Vermögen für eine Brille (die Gläser sind es ja) hinblättern muss, wäre das hier definitiv einen Versuch wert. Update: Siehe Blogeintrag Brille

Freitag, 9. Februar 2007

Street Food

Hungrig muss man in Korea nicht sein. An jeder Straßenecke wird Essen verkauft. Der Snack zwischendurch scheint für viele Koreaner unverzichtbar zu sein. Morgens, mittags, abends, besonders gern aber wohl beim Shoppen.
Myeong-Dong (wo die meisten Bilder aufgenommen worden sind) ist ein riesiges Einkaufviertel in Seoul, und läuft, wenn es gerade dunkel geworden ist, zur Höchstform auf. Menschenmassen überall, Leuchtreklame in rauhen Mengen, jeder Laden versucht die Einkäufer mit unterschiedlicher Musik hereinzulocken und auf jedem Meter hat man einen anderen Geruch in der Nase. Nicht immer gut- denn der Geruch von Seidenspinnerraupen (Beondegi) gehört mit zum Ekligsten, was ich bisher gerochen habe. Bild gibts dazu auch keins, alles was recht ist.
Aber Vorsicht, der erste Blick mag täuschen und der erste Biss überraschen.
Diese Becher mit den Pommes ... hmm, kann man die auch kalt essen? Es sind natürlich gar keine, sondern ein Fischsnack. Das Thema des Ladens erkennt man dann auf den zweiten Blick an den langen getrockneten Tintenfischarmen, die überall herunterhängen. In kleine Stücke schneiden, ab in den Becher und an den nächsten Shopper verkaufen.
Die kleinen Fische (Pung-Oppang) sehen doch echt niedlich aus, oder? Riechen auch ganz lecker. Schmecken? Eingeschränkt. Der Teig ist eine Art Waffelteig und drin ist eine Füllung aus roter Bohnenpaste. So semi. Ich werde es nochmal probieren, aber rote Bohnenpaste wird nicht mein Favorit werden. Die ist übrigens hier der Hit neben allem mit grünem Tee. Das teure Häagen-Dasz-Eis gibt´s hier auch in den Varianten "Green Tea" und "Red Bean" - wer hätte das gedacht.

Ansonsten scheint auf der Straße der Wahlspruch zu sein: Süß, fettig, fischig. Irgendetwas stimmt immer. Wirklich lecker waren die Hotteogs. Kein Hotdog, sondern ein mit braunem Zucker gefüllter Pfannkuchen (note: keine rote Bohnenpaste!).

Und das zu super Preisen, ein Fisch oder ein Pfannkuchen kostet zwischen 300 und 500 Won, also 25-40 Cent. Ist also auch kein finanzieller Verlust, wenn´s mal nicht schmeckt. (Hanna würde jetzt sagen: Wegschmeißen ist ja immer noch ´ne Option, aber für die Öffentlichkeit sind solche Kommentare ja nix...)



Mittwoch, 31. Januar 2007

Insadong
















Am Wochenende stand mal wieder Insadong auf dem Plan. Der Stadtteil, in dem es die traditionellen Teehäuser gibt. In einem davon waren wir vor ein paar Wochen.
Insadong bietet für alle etwas. Maximales Einkaufsvergnügen für den geneigten Shopper und Liebhaber koreanischer Mode (aber dafür muss man nicht nach Insadong, das gibt es in Seoul überall),
... kleine alternative Designerläden mit allerlei "nice to haves"
... und viele Galerien, die die unterschiedlichsten Stilrichtungen ausstellen (dummerweise hab ich mich direkt in der zweiten Galerie in ein Bild verliebt... Jens hat schon das "ok" gegeben :-)),
...Kultur im Sinne von eben erwähnten Teehäusern, traditionellen Restaurants, dem Gyeonbokgung-Tempel in der Nähe,
...aber auch die üblichen Souveniershops, in denen sich zwischen all dem Prüll erstaunlicherweise doch immer wieder etwas Hübsches findet.
Klingt wie die klassische Touristenmeile. Ist es irgendwie auch. Dennoch ist das Straßenbild immernoch fast ausschließlich koreanisch (oder zumindest asiatisch) geprägt. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenige Ausländer und Touristen hier, sodass die wenigen nicht wirklich den Ausschlag geben. Doch für uns die optimale Verbindung unterschiedlicher Interessen. Ausserdem muss man bei den Temperaturen immer mal wieder einen Abstecher in einen kleinen Laden (kalte Hände), Underground-Shoppingmall (auch kalte Füße) oder einen Coffeeshop (nichts geht mehr) machen, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.
Und jedesmal gibt es wieder etwas Neues zu entdecken. Nicht das letzte Mal, dass wir dort gewesen sind.
Ach richtig, da gibt es ja noch das Bild zu besorgen...



Montag, 1. Januar 2007

In netter Gesellschaft

Sightseeing macht doch wesentlich mehr Spaß, wenn man einen ortskundigen Führer dabeihat. Wie kommt man zu einem? Total verfroren auf der Straße stehen und verzweifelt in die schlechte Straßenkarte des Lonely Planet gucken.


Jwa Jin und Min Jeong (beide Koreaner) waren auch gerade mit ihrem Freund Tommy aus Japan auf Tour-Tour durch Seoul. Die drei hatten sich in Kanada beim Englischlernen kennengelernt. Total nett, symphatisch und fließendes Englisch - die perfekt Reisegruppe für den Tag! Zum Aufwärmen in ein traditionelles Teehaus. Tolle Atmosphäre, toller Tee, die Fußbodenheizung unschlagbar und Vivaldis "Vier Jahreszeiten" im Hintergrund.

Danach zum Gyeongbokgung Palast, ein Muss für jeden Seoulbesucher. Leider nicht mehr das Original, sondern wiederaufgebaut, nachdem total abgebrannt von den Japanern während einer Invasion. Schönes Gelände mit Blick auf die Berge - und das mitten in der Großstadt Seoul.
Viel mehr wissen wir jetzt aber auch nicht über den Palast - unser Führer Jin, der einzige aus Seoul, konnte sich nicht mehr so gut an seinen letzten Besuch in der Grunschule erinnern, die Lunchbox war wichtiger gewesen...


Das Essen nach einem ganzen Tag in der Kälte war mal wieder der Hit. Koreanische Essen ist einfach super lecker. Besonders schön ist, dass man zu jedem Gericht eine mehr oder minder kleine Anzahl an kleinen Schälchen, sog. "banchan" bekommt. Irgendeine Sorte von Kimchi ist immer dabei, meisten eingelegter, gelber Rettich, winzige getrocknete Fischchen, Omlette und einiges, von dem ich immer noch nicht weiß, was es ist.

Zum Abschluss des Tages noch zum Seoul Tower. Bester Aussichtspunkte in Seoul. Zuerst fährt man mit der Zahnradbahn auf einen Berg und kann dann noch auf den Fersehturm fahren. Aber eigentlich reicht es vollkommen aus, auf den Berg zu fahren. Die Aussicht ist klasse, und Seoul von Millionen von Lichtern erhellt ist ein beeindruckender Anblick!

Ein absolut gelungener Tag mit einer top Reisegruppe.

Namdaemunmarket in Seoul

Endlich mal früh aufgestanden am Samstag und auf nach Seoul. Dauert ja schließlich auch immer etwa eine Stunde, incl. Fußweg und Bahnfahrt, bis wir im Zentrum sind.
Namdaemunmarket war unser erstes Ziel. Nicht etwa ein Markt, wie man ihn sich gemeinhin vorstellt, sondern eher ein komplettes Viertel mit unzähligen kleinen Shops und Foodstalls, unterirdischen Shoppingmalls und x Kaufhäusern. Ich fürchte, wir haben das ganze Ausmaß noch nicht erkannt. Es gibt praktisch nichts, was es nicht gibt. Klamotten, Handtaschen (darfs vielleicht noch eine Louis Vuitton-Tragetasche für den Wocheneinkauf sein? - ich bin erstaunt, dass man die Fakes sogar ganz offiziell in den Läden erhält), Seaweed (Algen) in allen Variationen, Elektroartikel - und natürlich Essen in allen Variationen. Der Lonely Planet drückt es sehr nett aus: "Foodstalls in the market offer cheap meals for the adventurous." Gut, es gibt Grenzen: bei den gezeigten Hühnerfüßen ist diese Grenze wohl überschritten. Und leider ist es bei Minusgraden nicht ganz so attraktiv, sich einen kleinen Snack reinzuziehen. Aber ich gäbe sonstwas dafür, soeinen Markt auch in Deutschland zu haben. Vor allem die Auswahl an Fisch ist immer wieder überwältigend!