Samstag, 3. März 2007

Bupyeong Nights


Zu einem richtigen koreanischen Abend gehört ein Besuch in einem Noraebang einfach dazu. Wie beliebt das ist, merkt man, wenn man auf diese Zeichen achtet: 노래방 - Noraebang. Wer auf dem Foto genau hinsieht, kann schon drei davon entdecken. Allein in dieser Ecke gibt es sicherlich mehr als hundert.
Ein Zimmer, ein Bildschirm, zwei Mikros, zwei Tambourine, eine riesige Fernbedienung, ein Liederkatalog, mehrere Sofas, beliebig viele Leute und Getränke. Schnell Lieder aussuchen und los geht es. Am Anfang ist es noch etwas irritierend, dass die Videos, die zum Text im Hintergrund laufen so rein gar nichts mit dem Lied oder sogar mit dem Inhalt zu tun haben. Es kann also gut sein, dass zu einem schnulzigen Liebeslied im Hintergrund Schafe in Neuseeland grasen oder gerade auch eine Actionszene stattfindet. Darf man nicht so eng sehen. Irgendwann macht auch das den Charme aus.
Es macht einen großen Unterschied, ob man eher mit Koreaner unterwegs ist oder anderen Ausländern. Die Koreaner singen fast nur koreanische Lieder, "wir" könnten sie nicht mal singen, wenn wir wollten. Und die Koreaner singen mit einer Hingabe, die den meisten Ausländern abgeht. Ok, wir machen das ja auch nicht täglich...
Meist wird der Raum für eine Stunde gemietet, dann zieht man weiter.
So begannen wir jenen Abend im Woodstock und ich zog dann mit Michelle, Cindy und Bekannten weiter. Ja, die beiden heißen so, jeder hat hier seinen English-Name. Ich dachte zuerst, das sei nur für indifferente Nicht-Koreaner gedacht, die sich die doch komplizierten koreanischen Namen nicht merken können. Zum Teil mag das auch stimmen, doch Michelle und Cindy nennen sich auch gegenseitg so.
A truly korean evening. Schade nur, dass alle ausser mir am Samstag arbeiten mussten. Aber auch am frühen Morgen ist bei einigen noch ein Lächeln drin.

Kyobo Bookstore - Die eine Seite


Kyobo ist Koreas größter Buchladen - and since we are in Korea it´s enormous! Ich glaube nicht, dass ich das ganze Ausmaß erfasst habe, da ich direkt in die "Foreign Books"-Abteilung durchgelaufen bin. Genau der richtige Ort an einem nebligen, nassen Samstagnachmittag - sollte man denken. Eigentlich ja, wenn man nicht die ganze Zeit angequatscht werden würde.
"Hello, can I ask you a question?" Ein pickeliger Mittezwanzigjähriger streckt mir sein Buch entgegen mit dem aufschlussreichen Titel "How to talk to anyone, anytime, anywhere."von Larry King (Hallo!!! Braucht die Welt so ein Buch?) "I am just reading this book..." Kann ja nicht wahr sein, warum muss es immer mich treffen?! (Und es trifft mich ständig. Fast jeden Tag werde ich von jemandem angequatscht, besonders gerne von den Zeugen Jehovas oder anderen Kirchenleuten.)
Nach zwei Minuten einseitiger Koversation konnte ich mich endlich wieder den Büchern zuwenden. Griff das, was am nächsten lag. Einfach nur mal meine Ruhe haben. Doch...
"Hello, are you from America?" Ach nee, nicht schon wieder. Ein 70-jähriger zeigt mir sein Notizbuch. "I learn English by myself, maybe you help me with something..."
Nein, bitte nicht schon wieder! Aber ich bin schließlich die Fremde hier.
Doch wie soll man einem etwas seltsamen aufdringlichen älteren Mann mit sehr begrenztem Englischwortschatz klar machen, dass es vielleicht nicht die beste Idee wäre, im ersten Gespräch mit jemandem den Ausdruck "It sucks to be you" zu benutzen?
Wenn ich nicht in Korea wäre, hätte ich auf die Auflösung mit versteckter Kamera gewartet.

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Freitag, 2. März 2007

Wir sitzen draußen!



Gestern war ein denkwürdiger Tag! Wir saßen zum ersten Mal draußen - ich war sogar ohne Jacke unterwegs. Leider ist das tolle Wetter schon wieder Vergangenheit, denn heute regnet es "cats and dogs". Auch das ist eine Erwähnung wert, denn es hat den ganzen Winter über praktisch nicht geregnet.
Was haben wir im Dezember und Januar hier gefroren und welchen Unterschied macht es doch, das Land bei gemäßigteren Temperaturen zu erleben. Seitdem ist Korea einfach ein Traum und ich muss schon schlucken beim Gedanken, dass das alles hier bald ein Ende haben wird.
Wir werden die letzten Wochen noch genießen.

Man beachte die farbliche Abstimmung unserer Getränke!

Noryangjin-Fischmarkt (노량진 수산 시장)












Von der Haltestelle Noryangjin sind es nur ein paar Meter über die Gleise mit Blick auf das goldene Yuksam-Building (Gebäude 63 mit -wäre hätte es gedacht - 63 Stockwerken) bis zu Koreas größtem Fischmarkt. Hauptumschlagplatz für Fisch in Seoul und etwa ein Drittel günstiger, als woanders zu kaufen.

Kaum ist man die paar Stufen zur Markthalle hinabgestiegen, bietet sich einem ein beindruckendes Bild. Hunderte von Verkäufern bieten quasi alles an, was das Meer zu bieten hat. Gestern war ein warmer Tag, aber von Geruch kaum eine Spur. Und obwohl Feiertag war und wir nachmittags dort waren, war doch einiges los. Das Angebot: mouthwatering! Am tollsten ist es, sich den Fisch auszusuchen und direkt am Stand in Sashimi zubereiten zu lassen. Entweder direkt roh essen, zu Hause kochen oder noch besser alles mit in ein Restaurant nebenan nehmen und dort zubereiten lassen. So ist das Menue komplett mit frischestem Fisch lecker zubereitet, Sidedishes und Soju oder einfach nur Wasser.
Ich musste mich so zurückhalten, nicht mein ganzes Geld auf den Kopf (Fisch?) zu hauen - aber wir waren am Abend zum Kochen verabredet. Und es gibt ja immer noch ein anderes Mal - eigentlich wird es noch mehrere Male geben. Ein Traum!
Hier noch ein interessanter Artikel über eine Nacht auf dem Fischmarkt.

Öfter mal was Grünes




Hin und wieder ist es für mein Auge noch ungewöhnlich, ständig etwas Essbares in Grasgrün mit Green Tea Flavour zu sehen. Den Möglichkeiten sind da keine Grenzen gesetzt. Green Tea Latte statt Coffee Latte, die schon erwähnte Green Tea Ice Cream (von Häagen-Dasz), Cornflakes, Donuts, Brötchen, Chips, Teigwaren jeglicher Art - it´s probably good for your health. Aber erinnern wir uns nochmal kurz an die Farbe von Grüntee. Damit haben die Produkte oben nicht mehr wirklich viel zu tun.
Trotzdem hat mich die "Ich-muss-alles-probieren"-Mentalität noch nicht losgelassen und so ist ab und an auch immer wieder etwas Grünes dabei, auch wenn ich zugeben muss, dass bisher noch keine geschmackliche Offenbarung dabei war. Vielleicht sollte ich das Projekt Grün einfach beenden.

Donnerstag, 1. März 2007

Einmal Schuhe auf koreanisch


Ich kann wieder etwas von meiner To-Do-Liste streichen. Die Schuhe korean style sind gekauft. Wobei ich ja zugeben muss, dass sie ja fast nur halb koreanisch sind, weil der meterhohe Absatz fehlt. Aber man kann nicht alles haben. Die Größe: 35 1/2. Leider sind meine Füße auch annnähernd doppelt so breit wie der klassische koreanische Fuß in dieser Größe. Tja, wer koreanische Schuhe tragen will, muss leiden. Ich zumindest.

Heute ist Feiertag. Sam-il-chol 삼 일 절, 1. März und damit Unabhängigkeitstag. Am 1. März 1919 erklärten die Koreaner ihre Unabhängigkeit von den japanischen Kolonialherren. Ein (langer) Artikel zu Korea unter japanischer Besatzung hier. Ein Tag, um die koreanische Flagge aus dem Fenster zu hängen.

Endlich!

Jippie! Endlich hat es geklappt und ich kann auch auf koreanisch bloggen. Hm, naja, nicht ganz. Aber ich wollte bei manchen Dingen immer auch den Namen auf hangeul (koreanisch) mit dazu schreiben. Doch mein Rechner hat mich einfach das Eingabeschema nicht ändern lassen. Ok, natürlich lag es an mir - aber jetzt funktioniert alles.